Moabit, 3. Januar 2007
Im Rahmen einer Streifenfahrt haben Angestellte des Zentralen Objektschutzes heute gegen 13 Uhr 45 eine Farbschmiererei am Jüdischen Mahnmal in der Levetzowstraße in Moabit festgestellt. Unbekannte Täter hatten einen unlesbaren Schriftzug in einer Größe von 40 Zentimetern mal 30 Zentimetern geschmiert. Ein politischer Hintergrund ist derzeit nicht erkennbar. Eine Säuberung des Mahnmals wurde veranlasst. (Pressemeldung der Berliner Polizei, 03.01.07)
Spandau, 21. Januar 2007
Ein Streifenwagen stellte am Abend des 21. Januar die erneute Schändung des Mahnmals am Standort der ehemaligen Synagoge in Berlin-Spandau fest. Zuletzt wurde das Mahnmal Ende Dezember 2006 mit einem großen Hakenkreuz beschmiert. (Berliner Zeitung, 23.01.07)
Charlottenburg, 25. Februar 2007
Unbekannte Täter warfen eine Rauchbombe in das Gebäude des jüdischen Kindergartens in Charlottenburg und beschmierten die Fassade, Spielgeräte sowie die Umzäunung mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen. Nur der Umstand, dass die Rauchbombe aus bisher noch ungeklärten Gründen nicht zündete, verhinderte schwere Schäden. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. (Die Welt, 25.02.07)
Charlottenburg, 25. Februar 2007
Erneut ist in Berlin ein antisemitischer Zwischenfall bekannt geworden: Während der Ermittlungen zu dem Zwischenfall in der Kindertagesstätte der Jüdischen Gemeinde am Spandauer Damm in Charlottenburg entdeckten eingesetzte Polizeibeamte am Sonntag gegen 15 Uhr Nazisymbole an den Wänden einer frei zugänglichen Galerie im Ruhwaldpark an der selben Straße. “Dort waren Hakenkreuze, SS-Runen und antisemitische Sprüche angeschmiert worden”, berichtet ein Beamter". (Berliner Morgenpost, 27.02.07)
Mahrzahn-Hellersdorf, Spandau und Pankow, 25. Februar 2007
Die Berliner Polizei registrierte in den vergangenen Tagen eine Vielzahl rechtsextremer bzw. antisemitischer Vorfälle. Wie bekannt wurde, skandierten ein 20- und ein 21-jähriger Mann am Sonntagmorgen in der Schackelstraße in Mahrzahn-Hellersdorf “Heil Hitler”, “Sieg Heil” sowie “Judenschweine”. Außerdem bewarfen sie parkende Autos mit Steinen. Darüber hinaus wurden in Pankow, in Spandau und am Kladower Damm Hakenkreuz-Schmierereien entdeckt. (Berliner Zeitung, 28.02.07)
Neukölln, 26. Februar 2007
Es werden antisemitische und geschichtsrevisionistische Flugblätter in Briefkästen verteilt. Verantwortlich zeichnet sich der Freidrichshainer Iwan Götz, als “Außenminister des Freistaates Sachsen”. Jener Iwan Götz war in der Vergangenheit schon öfter durch rechtsextreme Flugblätter und Texte aufgefallen. Auch wurde gegen ihn schon wegen Volksverhetzung ermittelt. (Homepage der Autonomen Neuköllner Antifa, 02.10.07)
Spandau, 27. Februar 2007
Eine ganze Klasse angehender Polizisten soll in einer obligatorischen Unterrichtseinheit über die Zeit des nationalsozialistischen Regimes nach Informationen der Berliner Zeitung erklärt haben, sie wolle nicht dauernd an den Holocaust erinnert werden. Zudem sollen Äußerungen gefallen sein, dass Juden reiche Leute seien. Der Vorfall hat sich bereits am 27. Februar zugetragen und ist nur durch Zufall Ende vergangener Woche Polizeipräsident Dieter Glietsch bekannt geworden. Dieser reagierte sofort und wies seine engsten Mitarbeiter an, die Vorwürfe unverzüglich zu prüfen. (Berliner Zeitung, 20.03.07)
Wedding, Februar 2007
Ende Februar wurden an der Turnhalle der Möwensee-Grundschule in Berlin Wedding verschiedene antisemitische Schmierereien entdeckt. Neben zwei Hakenkreuzen sprühten Unbekannte dort “Gaskammer” und “Sieg Heil” an die Wände. (Homepage der Amadeu Antonio Stiftung, 02.10.07)
Moabit, 1. März 2007
Am Donnerstagabend sind ein jüdisches Mahnmal in Moabit und eine Mauer an einem jüdischen Friedhof in Prenzlauer Berg beschmiert worden. Am jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee hatten unbekannte Täter gegen 23 Uhr die Hauswand des Lapidariums mit schwarzer Farbe verunstaltet, sagte ein Polizeisprecher. In dem Gebäude am Rande des Friedhofs sind unter anderem Grabsteine aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert untergebracht. Etwa zwei Stunden zuvor waren in der Moabiter Levetzowstraße Farbschmierereien am dortigen jüdischen Mahnmal entdeckt worden. Unbekannte hatten den Träger der Namenstafel und den Marmorblock verschandelt. Ein politischer Hintergrund ist laut Polizei in beiden Fällen nicht erkennbar. Dennoch habe der politische Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. (Tagesspiegel Online, 02.03.07)
Pankow, 17. März 2007
An einem Aufgang des S-Bhf Greifswalder Straße wird mit einem roten Stift “Juden raus” geschrieben.
Neukölln, 24. März 2007
Sechs deutsche Prolls/Nazis laufen um ca. 4 Uhr pöbelnd die Karl-Marx-Str. in Richtung S+U Neukölln entlang. Sie rufen Sprüche wie: “Damals gab es noch einen Führer und dit schöne Auschwitz!” und “Scheiß Kanaken”. (Homepage der Autonomen Neuköllner Antifa, 02.10.07)
Köpenick, 24. März 2007
Ungefähr um Mitternacht beschimpfen 15 Neonazis in Köpenick eine Frau als “Judenschlampe”, bewerfen sie mit einer Flasche und laufen in den Bellevue-Park. (Homepage der Treptower Antifa Gruppe, 02.10.07)
Lichtenberg und Tempelhof, 25. März 2007
Unbekannte Täter haben gestern Nazisymbole und antisemitische Zeichen auf Flächen in Lichtenberg und Tempelhof gesprüht. Anwohner bemerkten gegen 15 Uhr Schmierereien an Häuserwänden in der Rheinsteinstraße in Lichtenberg und alarmierten die Polizei. Die Beamten veranlassten die Beseitigung. Dem Bahnhofspersonal fielen gegen 17 Uhr 50 Hakenkreuzschmierereien an einem Kassenautomaten und in der Vorhalle des U-Bahnhofs Westphalweg in Tempelhof auf. BVG-Mitarbeiter entfernten die Symbole. Hinweise auf die Täter gibt es in beiden Fällen bislang nicht. Die Polizei ermittelt. (Pressemeldung der Berliner Polizei, 26.03.07)
Prenzlauer Berg, 13. April 2007
In einer Tram-Haltestelle an der Schönhauser Allee wird der Schriftzug “Juden raus” entdeckt und entfernt. (Homepage der EAG, 01.10.07)
Friedrichshain, 13. April 2007
Ein Brief mit antisemitischer Hetze und dem Aufruf, das Holocaust-Mahnmal zu schänden, wurde im Briefkasten eines Lesers der Tageszeitung „Neues Deutschland“ in der Nähe des Franz-Mehring-Platzes gefunden. Unterschrieben war er mit „Freie Aktion Deutsche Rose“. (ND, 13.04.2007)
Pankow, 21. April 2007
In einer Tram-Haltestelle am S&U-Bahnhof Pankow wird der Schriftzug “Juden raus” entdeckt und entfernt. (Homepage der EAG, 01.10.07)
Moabit, 21. April 2007
In der Nacht zum Sonntag ist das Mahnmal in der Levetzowstraße in Berlin Moabit beschmiert worden. Unbekannte sprühten ein rotes Hakenkreuz auf. (Homepage der Amadeu Antonio Stiftung, 02.10.07)
Charlottenburg, 3. Mai 2007
Bereits am Donnerstag war der polizeiliche Staatsschutz gegen 14.50 Uhr in die Ermittlungen gegen einen 22-Jährigen eingebunden worden, der sich bei einer Veranstaltung am Breitscheidplatz in Charlottenburg antisemitisch geäußert hatte. Ein Zeuge hatte die Bemerkung gehört und die Polizei alarmiert. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, er gehört offensichtlich der rechtsextremen Szene an und war entsprechend gekleidet. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. (Berliner Morgenpost, 05.05.07)
Moabit, 9. Mai 2007
Am 9. Mai wurde zum wiederholten Male das Mahnmal in der Levetzowstraße von Unbekannten mit einem Hakenkreuz beschmiert. Das Mahnmal in Moabit erinnert daran, dass an dem Ort früher eine Synagoge stand. (die tageszeitung, 10.05.07)
Pankow, 13. Mai 2007
Um 6 Uhr 30 wird ein Mann, der sich auf dem Weg zu seiner Arbeitstelle befindet, an der Straßenbahnhaltestelle Grabbeallee und Pastor-Niemöller-Platz von einem Mann mit „Zecke“ „Judensau“ und „Judenpack“ beschleidigt und bis zu seiner Arbeitsstelle verfolgt. Der Täter droht ihn zu schlagen. Das Opfer kann sich retten, indem es die Tür verriegelt. Der Täter tritt und schlägt gegen die Glastür, bevor er verschwindet. (Homepage von ReachOut, 11.2.08)
Marzahn, 16. Mai 2007
Im Alten Marzahner Rathaus (nähe S-Bhf. Springpfuhl) fand eine Podiumsdiskussion zur Rückbenennung von Straßen in Mahlsdorf und Kaulsdorf, welche aufgrund ihrer jüdischen Namenspatronen im Zuge der Shoa umbenannt wurden, statt. Vor Beginn der Veranstaltung verschafften sich 6 Nazis, u.a. Lars Wünsche, Alexander Basil und Rene Henke, Zutritt zum Veranstaltungsort und bedrohten bereits anwesende Gäste. Sie wurden schließlich der Veranstaltung verwiesen. (Homepage des Antifaschistischen Bündnis Marzahn-Hellersdorf, 01.10.07)
Lichtenberg, 16. Mai 2007
Im Gensinger Straße-Kiez in Friedrichsfelde kommt es in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai zu diversen neonazistischen Sprühereien („Smash Israel“, „Köpi räumen“ und Keltenkreuze). Die Neonazi-Parolen werden, nachdem ein Kontaktbereichsbeamte darüber informiert wird, übermalt. Seit einigen Wochen kommt es im Kiez zu massivem Auftauchen von NPD-Aufklebern und zu vereinzelten Schmierereien („Smash Antifa“, „ANB“, Keltenkreuze). (Homepage der Netzwerkstelle Licht-Blicke, 19.03.08; Quelle: Die Falkenburg)
Prenzlauer Berg, 17. Mai 2007
An einem Aufgang des S-Bhf Greifswalder Straße wird mit einem roten Stift “Juden raus” geschrieben. (Homepage der Antifa Prenzlauer Berg, 01.10.07)
Mitte, 20. Mai 2007
Am Abend des 20. Mai wurde ein 16-Jähriger, der eine Kippa trug, antisemitisch beleidigt und geschlagen. Nach Angaben der Polizei war der Jugendliche, der in Begleitung eines Freundes in der S-Bahn Linie 1 unterwegs war, zwischen den Bahnhöfen Unter den Linden und Friedrichstraße zunächst von drei bis vier Jugendlichen antisemitisch beleidigt worden. Kurz bevor die Tatverdächtigen den Wagon verließen, schlug einer dem 16-Jährigen mit der Hand ins Gesicht. Die Täter flüchteten. Das Opfer wurde leicht verletzt und erstattete Anzeige. (die tageszeitung, 22.05.07; Tagesspiegel, 22.05.07)
Prenzlauer Berg, 11. Juni 2007
Bei einem jüdisch-russischen Restaurant in Prenzlauer Berg werden wiederholt Blumenkübel zerstört und Pflanzen herausgerissen. In der Vergangenheit wurden bei diesem Restaurant mehrfach Markisen, Sonnenschirme und Pflanzen zerstört. Bei den immer nachts begangenen Sachbeschädigungen wurden u. a. die an eine Außentafel geschriebenen Gerichte mit dem Zusatz „jüdisch“ versehen. (Netzwerkstelle [moskito], Quelle: Tagesspiegel; ddp, 11. Juni 2007)
Schöneberg, 22. Juni 2007
Bei einem antisemitischen Vorfall in Schöneberg wurde ein 24-jähriger Mann verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht und mit einem Auto angefahren. Der 24-jährige war einer jüdischen Frau zur Hilfe gekommen, die zuvor antisemitisch beschimpft worden war. Der Täter flüchtete. (Berliner Zeitung, 25.06.07; die tageszeitung, 25.06.07)
Pankow, 29. Juni 2007
Auf einem öffentlichen Spielplatz an der Wigandstaler Straße 39 A werden auf Spielgeräten und Holzbänken eingeritzte Hakenkreuze, Parolen wie z.B. „Juden raus“ und die Insignien NPD und NSDAP entdeckt. (Netzwerkstelle [moskito])
Neukölln-Rudow, 1. Juli 2007
Mitglieder der rechtsextremen Szene Berlins haben gestern ein Straßenfest der SPD in Neukölln für eigene Aktionen genutzt. Die NPD hatte kurzfristig eine 24-Stunden-Mahnwache in Sichtweite des Festes angemeldet, das auf der so genannten “Rudower Spinne” stattfand. Bereits am Vormittag war ein 22-Jähriger aus Treptow an der Ecke Neudecker Weg/Groß-Ziethener Chaussee wegen antisemitischer Aufschriften auf seinem T-Shirt in Gewahrsam genommen worden. Ihm droht eine Anzeige wegen Volksverhetzung. (Berliner Morgenpost, 02.07.07) [auf dem T-Shirt von Sebastian Schmidtke stand nach mündl. Polizeiaussagen „all jews are bastards“]
Grunewald, 11. Juli 2007
Unbekannte haben die Gedenkstätte für NS-Opfer “Gleis 17” am ehemaligen Güterbahnhof in Berlin-Grunewald geschändet. Bundespolizisten haben in der Nacht entdeckt, dass mehrere Gedenkkerzen umgestoßen waren und eine israelische Flagge verbrannt worden sei, hieß es. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt. (die tageszeitung, 12.07.07)
Prenzlauer Berg, 20. Juli 2007
In der Nacht vom 19. zum 20.07.2007 wurde an eine Hauswand Prenzlauer Allee Ecke Kuglerstr. das Symbol eines Hakenkreuzes mit dem Beiwort Skins gemalt. Dazu der Spruch: SS gegen Juden. Das Ganze wurde bereits entfernt. Die Wand befindet sich gegenüber vom Bienenkorb (Kneipe die regelmäßig von Nazis besucht wird). (Homepage der Antifa Prenzlauer Berg, 01.10.07)
Prenzlauer Berg, 31. Juli 2007
Während eines Testspiels gegen Gewalt und Rassismus zwischen dem BFC und Hertha BSC werden vier Antifaschisten von rechten Fans mit den Worten „Volksverräter“ und „Judenschweine“ beschimpft. (Netzwerkstelle [moskito], Quelle: Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg)
Prenzlauer Berg, 16. August 2007
Erneut wird am S-Bhf Greifswalder Straße “Juden Raus” geschmiert. Das Schriftbild und die Stiftfarbe stimmt exakt mit dem Chronikfall vom 17.5.2007 überein. (Homepage der Antifaschistischen Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, 01.10.07)
Prenzlauer Berg, 2. September 2007
In die Eingangstür des Arbeitsamtes an der Storkower Straße wird ein Davidstern geritzt. (Homepage der Antifaschistischen Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, 01.10.07)
Prenzlauer Berg, 17. September 2007
An einer Tramstation an der Schönhauser Allee, Höhe Allee Arcaden, wird auf einer weißen Werbetafel der geschriebene Spruch „Jude raus“ entdeckt. (Netzwerkstelle [moskito])
Hellersdorf, 12. September 2007
Eine Frau, die in Begleitung von drei weiteren Menschen ist, wird gegen 20 Uhr 30 in der Henny-Porten-Straße von einem entgegenkommenden Mann angerempelt. Er bedroht die Gruppe mit den Worten “Judensau, Judenfotze, ich mach` dich tot”. Der Mann, der Militärkleidung trägt und von einer Frau begleitet wird, zieht einen großen Schraubenschlüssel, woraufhin die Bedrohten die Flucht ergreifen. Sie werden noch kurz verfolgt, ehe der Täter von ihnen ablässt. Sie erstatten Anzeige. (Homepage ReachOut, 11.02.08)
Tempelhof, 26. September 2007
Unbekannte Täter haben in einem Waggon fünf Hakenkreuze und antisemitische Schriftzüge angebracht. Ein Mitarbeiter der BVG entdeckte gestern gegen 22 Uhr 30 die Schmierereien auf dem U-Bahnhof Alt-Mariendorf und alarmierte die Polizei. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Die Entfernung der Schriftzüge wurde veranlasst. (Pressedienst der Polizei, 27.09.07)
Marzahn, 29. September 2007
In einem Jugendclub in Marzahn randalierten gestern Abend etwa zehn unbekannte Jugendliche. Nach bisherigen Erkenntnissen beschädigten sie dabei gegen 23 Uhr 20 eine Fensterscheibe und mehrere Papierkörbe der Einrichtung in der Bruno- Baum- Straße. Die Clubleiterin warf die Randalierer aus den Räumen. Vor der Tür skandierten sie antisemitische Parolen, zeigten den so genannten „Hitlergruß“ und traten gegen einen geparkten Pkw. Anschließend entkamen sie unerkannt. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. (Pressedienst der Polizei, 30.09.07)
Friedrichshain, 29. September 2007
In der Nacht vom 28. auf den 29. September kam es in der Kneipe “Irrenhaus” (Markgrafendamm Ecke Stralauer Allee) zu einem gewaltsamen
Übergriff auf eine Gruppe junger Menschen. Im laufe der Auseinandersetzung wurden die Opfer unter anderem als “Judenfotze” und “Kackjude” bezeichnet. Ein schwarzer Schäferhund wurde auf eines der Opfer gehetzt und verbiss sich zweimal in seinen Lenden. Die alarmierte Polizei traf zu spät ein, um Verletzungen zu verhindern. Ein RTW musste eines der Opfer erstversorgen und auf ein Krankenhaus verweisen. Die Barfrau der Kneipe stritt jede Verbindung mit den Tätern ab – kannte aber ihre Vornamen. (Homepage indymedia, 01.10.07)
Charlottenburg, 6. Oktober 2007
Zum sogenannten Al-Quds-Tag haben sich am Samstag in der Berliner City West Polizeiangaben zufolge rund 200 Menschen versammelt. Sie demonstrierten unter dem Motto «Für Frieden und Gerechtigkeit, gegen die internationale Gewalt und ihre Urheber». Der Veranstalter hatte bis zu 1000 Teilnehmer erwartet. Die Polizei war mit etwa 200 Beamten im Einsatz. Zwischenfälle gab es nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht. Die Demonstration sei friedlich verlaufen. Eine Abschlusskundgebung sollte auf dem Wittenbergplatz stattfinden. Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte den «Al-Quds-Tag» 1979 eingeführt. Damit sollten die islamischen Gläubigen für die «Befreiung» von Al Quds – zu deutsch Jerusalem – demonstrieren. In vergangenen Jahren waren in Berlin bei Demonstrationen aus diesem Anlass immer wieder antiisraelischen Hassparolen zu hören gewesen. Die Versammlungsbehörde hatte den Demonstrierenden der olizeisprecherin zufolge Auflagen erteilt.So durften beispielsweise Transparente nur mit Forderungen in deutscher Sprache beschriftet werden. Zu lesen war unter anderem «Merkel: Keine Waffenlieferungen nach Israel» und «Zionismus ist der moderne Rassismus». (ddp, 07.10.07)
Zehlendorf, 10. Oktober 2007
Entschlossen ist gestern Abend gegen 19 Uhr am Teltower Damm ein Passant gegen zwei Männer eingeschritten, die Texte einer verbotenen rechtsextremistischen Musikgruppe grölten. Der 31-Jährige hörte auf dem Weg zum S-Bahnhof Zehlendorf, wie die betrunkenen 23 und 31 Jahre alten Männer einen volksverhetzenden, antiisraelischen Titel von sich gaben, ging auf sie zu und forderte sie auf, den Gesang zu unterlassen. Er wurde sofort beschimpft und einer versuchte, ihn mit der Faust zu schlagen. Der Angegriffene, der nicht getroffen wurde, setzte sich mit Pfefferspray zur Wehr und flüchtete auf den Bahnsteig des S-Bahnhofs. Er wurde von dem gleichaltrigen Angreifer verfolgt und setzte auch gegen ihn das Spray ein. In einem Betriebshäuschen der S-Bahn konnte er sich bis zum Eintreffen der Polizei in Sicherheit bringen. Die Betrunkenen wurden festgenommen. Beide sind mit politisch motivierten Delikten polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten. (Pressedienst der Polizei, 11.10.07)
Prenzlauer Berg, 15. Oktober 2007
An eine Scheibe der Kultur- und Schankwirtschaft Baiz wird mit einem Stift ein umkreister Davidstern gemalt. (Netzwerkstelle [moskito], Quelle: Antifa Prenzlauer Berg)
Charlottenburg, 18. Oktober 2007
Am Morgen des 18. Oktober entdeckte ein Mitarbeiter des Grünflächenamts wenige Meter vom Zugang zum Gelände der jüdischen Kindertagesstätte Gan Israel in Berlin-Charlottenburg entfernt eine abgestellte Sporttasche. Die Polizei öffnete sie mit Hilfe eines Spezialroboters. In der Tasche befanden sich Laub und Silberfolie. Die Polizei vermutet eine gezielte Provokation. Der Berliner Morgenpost sagte ein Ermittler: »Wir gehen davon aus, dass hier ganz bewusst Unruhe nahe einer jüdischen Einrichtung verbreitet werden sollte. Glücklicherweise handelte es sich wirklich nur um eine Attrappe.« Im Februar dieses Jah¬res hatten Unbekannte eine Rauchbombe in das Gebäude der Kita geworfen, Hakenkreuze und SS-Runen geschmiert. (Jungle World, 01.11.07)
Prenzlauer Berg, 4. November 2007
Zwei Männer haben gestern Vormittag in einem Kiosk in der Lychener Straße in Prenzlauer Berg randaliert und dabei den Inhaber leicht verletzt. Nachdem die beiden 32-Jährigen aus Pankow gegen 9 Uhr 15 Getränke in dem Laden gekauft hatten, fragten sie den 36-jährigen Inhaber, ob er Jude sei. Dann mixten sie sich Drinks und einer zündete sich eine Zigarette an, worauf es zu einem Streitgespräch mit dem Ladeninhaber kam und einer ihn mit einem Elektroschocker bedrohte. Schließlich kippten die Männer Regale um und bewarfen den Inhaber mit Flaschen und anderen Waren. Dabei riefen sie rechtsradikale Parolen und zeigten den „Hitlergruß“. Der 36-Jährige aus Kreuzberg rettete sich in den Lagerraum. Nachdem sie noch Zigaretten und Getränke aus dem Geschäft gestohlen hatten, flüchteten die Täter. Einer hatte sich verletzt und hinterließ eine Blutspur. Die alarmierten Polizisten konnten die beiden Verdächtigen nach Verfolgung der Spur noch in Tatortnähe festnehmen. Einer der beiden leistete erheblich Widerstand, so dass ein Beamter anschließend durch Rettungssanitäter am Ort behandelt werden musste. (Pressedienst der Polizei, 05.11.07)
Tiergarten, 19. November 2007
Unbekannte beschmierten in der vergangenen Nacht zwei Stelen des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Tiergarten. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bemerkten gegen 6 Uhr 30 einen mit blauer Farbe aufgetragenen antisemitischen Schriftzug und weitere Schmierereien. Hinweise auf den oder die Täter lagen nicht vor. Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. (Pressedienst der Polizei, 19.11.07)
Lichtenberg, 19. November 2007
Unbekannte haben in der vergangenen Nacht in Karlshorst zwei in den Gehweg eingelassene Gedenksteine, so genannte „Stolpersteine“, die an eine während der Nazi-Zeit ermordete Familie erinnern, mit einer grauen Flüssigkeit beschädigt. Ein Passant stellte die Sachbeschädigung heute früh gegen 9 Uhr in der Waldowallee fest und alarmierte die Polizei. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen. (Pressedienst der Polizei, 19.11.07)
Lichtenberg, 21. November 2007
Unbekannte haben in der vergangenen Nacht in Karlshorst drei in den Gehweg eingelassene Gedenksteine mit schwarzer und weißer Flüssigkeit beschädigt. Die so genannten „Stolpersteine“ erinnern an zwei Familien, die während der Nazi-Zeit ermordet wurden. Eine Passantin stellte die Sachbeschädigungen heute Vormittag gegen 10 Uhr 30 in der Waldowallee fest und alarmierte die Polizei. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen. (Pressedienst der Polizei, 22.11.07)
Lichtenberg, 21. November 2007
Während eines Antifa-Infostandes am U-Bhf Karlshorst wurden die StandbetreiberInnen von einem Passanten antisemitisch beleidigt. (Homepage der Netzwerkstelle Licht-Blicke, 19.03.08; Quelle: Antifa Hohenschönhausen)
Prenzlauer Berg, 24. November 2007
So gab es nach Informationen der Berliner Zeitung bereits vor einer Woche in einer S-Bahn eine Auseinandersetzung zwischen Jugendgruppen der linken und rechten Szene. Der Vorfall ereignete sich am Sonnabend gegen 4.30 Uhr in einer Bahn der Linie S 42 zwischen den Bahnhöfen Frankfurter Allee und Prenzlauer Allee. Bei der Konfrontation riefen die Rechten unter anderem “Sieg Heil”, “Heil Hitler” und “Du Jude”. Polizisten nahmen einen 19-jährigen Neonazi fest, der Staatsschutz ermittelt. (Berliner Zeitung, 01.12.07)
Wedding, 24. November 2007
Polizisten registrierten nach eigenen Angaben auch zahlreiche Nazi-Schmierereien. So sprühte am vergangenen Wochenende jemand in Wedding sechs Hakenkreuze im Flur eines Mietshauses, dessen Eigentümer jüdischen Glaubens ist. (Berliner Zeitung, 01.12.07)
Reinickendorf und Kreuzberg, 24. November 2007
Die Polizei registrierte auch bislang unbekannt gebliebene antisemitische Schmierereien mit islamistischem Hintergrund. So entdeckten am vergangenen Wochenende BVG-Mitarbeiter auf dem U-Bahnhof Paracelsusbad in Reinickendorf unter anderem den Schriftzug “Schändet die Juden”. “Wir ermitteln nun wegen Volksverhetzung und haben die Beseitigung der Schmierereien veranlasst”, sagte ein Beamter. Dessen Kollegen vom anderen Revier hatten zur selben Zeit judenfeindliche Schriftzüge und durchgestrichene Davidsterne an verschiedenen Stellen des U-Bahnhofes Kottbusser Tor entdeckt. (Berliner Zeitung, 01.12.07)
Prenzlauer Berg, 27. November 2007
An einem russisch-jüdischen Restaurant in Prenzlauer Berg werden nachts zum wiederholten Mal Blumenkübel beschädigt. Die Geschäftsführerin berichtet über regelmäßige Sachbeschädigungen. (Netzwerkstelle [moskito])
Prenzlauer Berg, Anf. Dezember 2007
An einer Bushaltestelle in der Hosemannstraße wird der Schriftzug „Juden raus“ entdeckt. (Netzwerkstelle [moskito])
Kreuzberg, 5. Dezember 2007
Einen herausgebrochenen „Stolperstein“ haben mehrere Jugendliche gestern gegen 9 Uhr 15 in der Graefestraße in Kreuzberg mit den Füßen hin und her getreten. Eine Zeugin hatte das gesehen und ihre Beobachtung einer Polizeistreife mitgeteilt. Die unbekannten Jugendlichen waren inzwischen verschwunden. Bei dem „Stolperstein“ handelt es sich um eine von vier Messingplatten, die dort vor einem Wohnhaus in den Gehweg eingelassen wurden, um namentlich an die im Zweiten Weltkrieg deportierten Juden zu erinnern, die in dem Haus gewohnt hatten. Die anderen drei „Stolpersteine“ und deren Betoneinfassung waren unbeschädigt. Die Polizei hat die herausgebrochene Platte sichergestellt und ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung eingeleitet. (Pressedienst der Polizei, 06.12.07)
Spandau, 12. Dezember 2007
Zwei angetrunkene 20 und 21 Jahre alte Männer wurden gestern früh von alarmierten Polizisten in Spandau festgenommen, nachdem sie zwei Männer im Alter von 36 und 55 Jahren in einem Bus antisemitisch und fremdenfeindlich beleidigt hatten. Der 20-jährige Täter hatte in dem Bus der Linie 236, der in Richtung U-Bahnhof Haselhorst fuhr, kurz vor 7 Uhr außerdem den 55-Jährigen angespuckt und geschubst. Beide Angreifer hoben ihre rechten Arme und riefen rechtsradikale Parolen. Am U-Bahnhof Haselhorst flüchteten die Täter, wurden aber noch auf dem Bahnsteig festgenommen. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt. (Pressedienst der Polizei, 13.12.07)
Charlottenburg-Wilmersdorf, 17. Dezember 2007
Unbekannte haben zwei Gedenktafeln an einer BVG-Bushaltestelle in der Franzensbader Straße in Wilmersdorf mit vier Hakenkreuzen beschmiert. Die Schmierereien wurden gestern Abend gegen 18 Uhr 25 entdeckt. Außerdem war ein Portrait des Rabbiners Dr. Emil Bernhard Cohn übermalt. (Pressedienst der Polizei, 18.12.07)
Lichtenberg, 23. Dezember 2007
Ein Unbekannter hat gestern früh in Lichtenberg einen Mann angegriffen und beleidigt. Der Täter pöbelte den 36-Jährigen gegen 3 Uhr 30 in einer Begegnungsstätte an der Schulze-Boysen- Straße an, beleidigte ihn mit antisemitischen Parolen und schlug auf ihn ein. Danach flüchtete der Unbekannte. Das Opfer erlitt leichte Kopfverletzungen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. (Pressedienst der Polizei, 24.12.07)
Pankow, 24. Dezember 2007
Zu einem Streit um eine Beleidigung auf sexueller Grundlage, der mit Körperverletzungen und antisemitischen Äußerungen endete, kam es gestern früh in Pankow. Gegen 3 Uhr befand sich eine 21-Jährige Frau in Begleitung von zwei 24- und 25-jährigen Männern auf dem Weg zu einer Diskothek in der Saarbrücker Straße. Auf dem Hof der dortigen Backfabrik kamen ihnen drei Männer entgegen, die die Diskothek gerade verlassen hatten. Als die 22-, 23- und 31-Jährigen in Höhe der Frau waren beleidigte der ältere der Männer sie mit Worten und zeigte auch abfällige Handbewegungen in ihre Richtung. Die Frau ging nun auf den 31-Jährigen zu und schlug ihm mit der Hand ins Gesicht, woraufhin der sie von sich weg stieß. Infolge dieser Handlungen mischten sich nunmehr die jeweiligen Begleiter in die Auseinandersetzung mit ein, wobei die 21-Jährige und ihre Begleiter die drei Kontrahenten zunächst antisemitisch beschimpften und die beiden danach den „Hitlergruß“ in Richtung der drei Männer zeigten. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und Beleidigung auf sexueller Grundlage. (Pressedienst der Polizei, 25.12.07)
Schöneberg, 28. Dezember 2007
Drei unbekannte Täter haben heute früh gegen 8 Uhr 15 auf dem U-Bahnhof Yorckstraße im Zug einen 47-jährigen Jordanier angegriffen. Die Männer, die nach Zeugenaussagen aus dem südosteuropäischen Raum stammen könnten und angetrunken waren, beleidigten ihr Opfer zunächst, wobei er in abwertender Weise mal als Araber und mal als Jude bezeichnet wurde. Sie ließen sich nicht von ihm beschwichtigen. Stattdessen schlug einer mit Fäusten auf ihn ein, während ein anderer ihm mehrmals einen leere Flasche auf den Hinterkopf schlug. Dann flüchteten sie. Der Jordanier erlitt mehrere Kopfplatzwunden und musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt. (Pressedienst der Polizei, 28.12.07)
Polizeilich erfasste Straftaten in 2007
Der Berliner Verfassungsschutzbericht weist für das Jahr 2007 212 Straftaten aus, die der Kategorie “Politisch motivierte Kriminalität – Rechts” zugeordnet sind. Die Gesamtzahl setzt sich zusammen aus 9 Gewalttaten (im Bericht für 2008 korrigiert auf 10 Gewalttaten), 50 Propagadelikten und 153 sonstige Delikten. Der Bericht kann » hier als PDF (3,05 MB) heruntergeladen werden.
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