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Die „Kiezrallye 61“ – spielerisch die Vielfalt Kreuzbergs entdecken

„ Auf los geht’s los“, hieß es am letzten Freitagnachmittag im März für 15 Jugendliche aus den beiden Kreuzberger Jugendeinrichtungen „Drehpunkt“ und „DTK Wasserturm“. Die „Kiezrallye 61“ stand auf dem Programm, eine Art interkulturelle Schnitzeljagd durch ihren Stadtteil. Organisiert wurde sie vom VDK e.V. und seinem Projekt „amira“ in Zusammenarbeit mit den beiden Jugendclubs, gefördert vom Lokalen Aktionsplan des Bezirks.

Siegerehrung Kiezrallye
Siegerehrung Kiezrallye / Source: amira

Mit der Rallye sollten den Jugendlichen neue Perspektiven auf den Stadtteil und auf die Vielfalt Kreuzberger Lebens eröffnet werden. An mehreren Stationen trafen sie ganz unterschiedliche Menschen, stellten ihnen Fragen, machten Fotos und sammelten dabei Punkte.

Der Startschuss für die vier Gruppen fiel am Wasserturm. Um Überschneidungen zu vermeiden, gab es sowohl unterschiedliche Routenverläufe als auch zeitversetzte Starts. Auf einer Route ging es für zwei Teams zunächst mit dem Taxi, in dem sie auch dem Fahrer einige Fragen stellten, zur Şehitlik-Moschee am Columbiadamm. Darauf folgten die Polizeiwache an der Friesenstraße, ein Bioladen in der Bergmannstraße, die Passionskirche am Marheinekeplatz und schließlich das Schwule Museum am Mehringdamm. Anstelle des ersten Anlaufspunkts, der Moschee, besuchten die zwei anderen Teams die Synagoge am Fraenkelufer. Am Ende dieser Route stand statt des Schwulen Museums das Archiv der Jugendkulturen.

Vertreter/innen dieser Einrichtungen gaben den Jugendlichen Auskunft über sich und den Ort, mit dem sie beruflich, ideell oder religiös verbunden sind. Die Jugendlichen durften ihren Kiez vom Kirchturm aus betrachten, lernten einen Deutschen mit einer israelischen Mutter kennen, der zum Islam konvertiert ist, und erfuhren, warum ein Polizeiauto vor der Kreuzberger Synagoge steht. Sie lernten, was Jugendkulturen sind und warum und wie sie archiviert werden, dass der Einkauf im Bioladen für die meisten türkischen und arabischen Leute zu teuer ist und auch, dass in Kreuzberg nicht mehr Straftaten verübt werden als in anderen Bezirken. Nach zwei Stunden trafen die vier Gruppen wieder am Wasserturm ein. Die Jugendlichen meisterten alle Stationen mit Bravour, nur für eines der Teams stellte das Schwule Museum aufgrund starker Berührungsängste eine zu große Herausforderung dar.

Am Ende dieses ereignisreichen Tages bot das abendliche Abschluss-Event neben einem HipHop-Act von „K.O. Muzik“ und einer Breakdance-Performance der „K.O. Breaker“ aus dem Wasserturm als Krönung natürlich noch die Siegerehrung: Eine Gruppe aus dem Wasserturm hatte die meisten Punkte gesammelt und durfte sich als Sieger feiern lassen. Für alle Teilnehmenden bot die Kiezrallye viele neue Erkenntnisse über ihren Bezirk und vor allem jede Menge Spaß bei dessen Erkundung. Insbesondere den Einblick in die religiösen Einrichtungen des Bezirks fanden die meisten sehr interessant. „Wir haben ganz verschiedene Menschen kennengelernt und dabei viele Dinge erfahren, die wir noch nicht wussten. Das war spannend und hat viel Spaß gemacht!“, so fasste ein Jugendlicher die Eindrücke des Nachmittags zusammen.