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»Unsere Jugendlichen müssten mal ein paar Juden kennenlernen!«

»amira«-Handreichung zu jüdisch-nichtjüdischen Begegnungen

Viele Praktiker/innen sehen Begegnungen mit jüdischen Menschen als einen wichtigen pädagogischen Ansatz zum Abbau und zur Prävention von antisemitischen Einstellungen an. In einer Handreichung für Multiplikator/innen setzt sich »amira« deshalb mit der Frage auseinander, welche Chancen und Herausforderungen Begegnungen von nichtjüdischen Jugendlichen mit Jüdinnen und Juden für die pädagogische Arbeit gegen Antisemitismus bieten.

Das Interesse an persönlichen Begegnungen mit Juden und Jüdinnen ist in den letzten Jahren merklich gestiegen. In den Gesprächen mit Mitarbeiter/innen von Kreuzberger Jugendfreizeiteinrichtungen und von Migrant/innenselbstorganisationen über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus und daraus resultierende Bedarfe, die das »amira«-Team in der ersten Projektphase geführt hat, wurden Begegnungen immer wieder als vielversprechender Ansatz gegen Antisemitismus genannt. »Unsere Jugendlichen müssten mal ein paar Juden kennenlernen!« – diese Aussage fiel sinngemäß in vielen dieser Gespräche.

Die meisten Jugendlichen in den Kreuzberger Jugendclubs kennen keine jüdischen Menschen und wissen nichts über jüdisches Leben und über die jüdische Kultur und Religion – auch diejenigen nicht, die sich negativ über Juden äußern. Deshalb, so die Annahme, können Begegnungen mit jüdischen Menschen dazu beitragen, Vorurteile und antisemitische Stereotype abzubauen. Im direkten Kontakt mit Juden und Jüdinnen sollen die Begegnungsteilnehmer/innen feststellen, dass jene ganz anders und viel heterogener sind, als es die nichtjüdischen Jugendlichen vorher dachten.

Viele Pädagog/innen und andere Multiplikator/innen fühlen sich jedoch unsicher, wenn es um das Judentum und vor allem um Begegnungen mit Jüdinnen und Juden geht. Pädagogische oder wissenschaftliche Literatur, die jüdisch-nichtjüdische Begegnungen praktisch und/oder theoretisch reflektiert, ihre kurz- und langfristige Wirkung untersucht und somit eine praktische Hilfestellung für pädagogische Fachkräfte bietet, ist jedoch kaum vorhanden. Anlass für »amira«, sich in einer Handreichung für Multiplikator/innen dieses Themas anzunehmen.

Den Schwerpunkt der Broschüre bildet ein Fachartikel der Geisteswissenschaftlerin und Pädagogin Michal Kümper, in dem die Autorin kritisch die Möglichkeiten und Grenzen des Begegnungsansatzes hinterfragt. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen jüdisch-nichtjüdische Begegnungen zum Abbau von Antisemitismus beitragen können, setzt sich mit der Rolle der jüdischen Seite auseinander und gibt Tipps für die Durchführung von Begegnungen nichtjüdischer Jugendlicher mit Jüdinnen und Juden, insbesondere mit jüdischen Jugendlichen.

Im zweiten Teil der Handreichung stellt »amira« beispielhaft mehrere Begegnungsprojekte vor, die Andere zur Nachahmung ermutigen sollen. Schließlich werden einige Filme über junge Jüdinnen und Juden in Deutschland empfohlen, mit denen Pädagog/innen im Rahmen eines Begegnungsprojekts arbeiten können – oder auch dann, wenn sich keine persönliche Begegnung mit jüdischen Menschen realisieren lässt.

Files:

HR_Begegnungen_mit_Juedinnen_und_Juden.pdf  [Webversion (farbig)]  application/pdf  2 MB
HR_Begegnungen_mit_Juedinnen_und_Juden_sw.pdf  [Webversion (schwarz-weiß)]  application/pdf  808.5 KB